Angebotszeitraum:
27.11.2017-31.01.2018

Lehmpfuhls Gemälde gleicht einem expressiven Farbrelief. Die gemalte Ansicht des Schöneberger Rathauses berichtet von der Ekstase eines unmittelbaren Erlebens von Wirklichkeit und vom steten Wandel unserer Umwelt. 24 x 30 cm, Öl auf Leinwand

Christopher Lehmpfuhl, Öl auf Leinwand, 24 x 30 cm, 2016, Originalpreis 2.000 Euro

DAS KUNSTWERK

Das Gemälde von Christopher Lehmpfuhl gleicht einem expressiven Farbrelief. Seine vor dem Motiv gemalte Ansicht des Schöneberger Rathauses berichtet von der Ekstase eines unmittelbaren Erlebens von Wirklichkeit ebenso wie vom steten Wandel unserer Umwelt. Der performative Malakt des Künstlers wurzelt in der Freilichtmalerei des 19. Jahrhunderts und im Impressionismus. Er ist Ausdruck individueller Empfindungen sowie der Gestaltungskräfte eines Künstlers, der die Atmosphäre mit allen Sinnen aufnimmt und sich Wind und Wetter aussetzt, um einen Gesamteindruck aus Lichtmomenten, Farben, Geräuschen, Gerüchen und Gefühlen in Malerei zu verwandeln.

Das gilt auch für das 2016 gemalte Bild "Rathaus Schöneberg". Das kleine Ölbild zeigt einen geschichtsträchtigen Ort – während der jahrzehntelangen Teilung Deutschlands war es Sitz des Regierenden Bürgermeisters von West Berlin, hier tagte das Westberliner Abgeordnetenhaus, und vom Balkon des Schöneberger Rathauses sprach der amerikanische Präsident John F. Kennedy seine berühmten Worte "Ich bin ein Berliner!" Der charakteristische Turm des Rathauses mit seiner wehenden Fahne – mutmaßlich der Berliner Flagge – ragt bis an den oberen Bildrand und bestimmt die obere Hälfte des Bildes. Unten allerdings wird das Rathausgebäude von Wohnhäusern verdeckt. Wissend um die Geschichte des Gebäudes zeigt Christopher Lehmpfuhl das Gebäude eher "privat" – bildbestimmend, aber doch nicht im Vordergrund stehend. Mit nur wenigen skizzierenden Gesten entstehen aus der pastosen Farbmasse Häuser, eine hochaufragende Tanne, der Rathausturm und die krönende Flagge. Das Bild ist gegenständlich und abstrakt zugleich – was genau soll die bunte, beinahe ungestalte Farbmasse unten rechts darstellen?

DER KÜNSTLER

Der performative Malakt von Christopher Lehmpfuhl wurzelt in der Freilichtmalerei des 19. Jahrhunderts und im Impressionismus. Er ist Ausdruck individueller Empfindungen sowie der Gestaltungskräfte eines Künstlers, der die Atmosphäre mit allen Sinnen aufnimmt und sich Wind und Wetter aussetzt, um einen Gesamteindruck aus Farben, Lichtmomenten, Lichtstimmungen, Geräuschen, Gerüchen und Gefühlen in Malerei zu verwandeln. Der Malprozess selbst ist die kontrollierte Umsetzung dieser Sinneseindrücke: "Wie der Golem aus feuchtem Lehm geschaffen und lebendig wurde, so erwecken Sie Ihre Landschaften und Stadtansichten zum Leben, bis sie eine Intensität bekommen, die ihre realen Vorbilder fast übersteigt", schreibt Roland Strehlke, "Sie fangen den atmosphärischen Wesenskern der Sie umgebenden Wirklichkeit so plastisch ein, dass der Betrachter meint, den Wind zu spüren, die Erde zu riechen, das Wasser zu schmecken und den Klang der Großstadt zu hören. Sie zeigen uns die Dimensionen hinter der Oberfläche der Dinge."

Christopher Lehmpfuhl beginnt seine Bilder ohne vorbereitende Skizzen direkt auf der Leinwand, die Motive formen sich aus der Farbe selbst. Was aus der Ferne Haus, Stadtszene oder Baum darstellt, ist von Nahem abstraktes Farbrelief. Vor allem die kleinformatigen Werke nähern sich der Abstraktion. Noch stärker als in den großformatigen Gemälden sucht der Künstler hier nach einem Farbklang und löst das Motiv auf in Farbe und Bewegung.

Christopher Lehmpfuhls Werke zeigen ihre Motive zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten, im gleißenden Sonnenlicht, bei unablässig fallendem Regen, stürmischem Wind oder im Schnee. Gleichzeitig dokumentieren seine Gemälde aber auch die Entwicklung und die Veränderung von Architekturen und Stadtlandschaften, am deutlichsten vielleicht in den Gemäldezyklen, die sich dem Wiederaufbau des Berliner Schlosses oder der Hamburger Elbphilharmonie widmen und beide erst kürzlich mit großen Erfolg in Berlin und Hamburg präsentiert wurden.

Das Schaffen von Christopher Lehmpfuhl zielt unmittelbar auf die Wahrnehmung der Betrachter, die nicht nur das Motiv eines bestimmten Gemäldes mit den Augen des Künstlers sehen, sondern ihre Umgebung nach dem Betrachten der Bilder Christopher Lehmpfuhls mit einem geschärften Bewusstsein wahrnehmen. 

Christopher Lehmpfuhl war Meisterschüler von Klaus Fußmann an der damaligen Hochschule der Künste in Berlin (heute Universität der Künste). Er wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Stipendium der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, dem GASAG Kunstpreis Berlin, dem Auftrag, nach der Wiedervereinigung alle 16 Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland zu malen oder, im Jahr 2016, einer Kunstedition der Neuen Zürcher Zeitung. Seine Werke waren kürzlich auf der Art Basel zu sehen und werden seit Jahren in Museen und Galerien ausgestellt, zuletzt im Museum Villa Rosenhang in Weilburg, im Rudolf Stolz Museum in Sexten (Südtirol) sowie kürzlich im Foyer des Humboldtforums Berlin. 2012 wurde seine Werkschau "Berlin Plein-Air 1995–2012" in der Alten Münze Berlin durch Bernd Neumann, den damaligen Kulturstaatsminister der Bundesrepublik Deutschland, eröffnet, für 2018/19 ist die Werkschau "Schlossplatz im Wandel" in Berlin geplant.

GALERIE KORNFELD KUNSTHANDEL GmbH & Co. KG

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Bitte beachten Sie, dass Lieferung und Transport des Gemäldes kostenpflichtig sind.

Abgegebene Gebote
Bieter
Datum
Preis
Flitz
19.11.2017 20:01:41 1.350,00 €
Regierer
Bietagent bietet limit.. 1.300,00 €
Flitz
19.11.2017 12:27:09 1.250,00 €
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Glago
Bietagent vom 19.11.2017 11:45:53 bietet ..
Glago
19.11.2017 11:45:53 1.000,00 €

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